The Good Lord Loves You

The Good Lord Loves You

“Gott liebt Dich”, so heißt dieses Lied und die meistbetonte Zeile. Das ist eine für den (u.a.) christlichen Glauben zentrale Überzeugung: Gott ist Liebe, und Liebe ist etwas, das sich in Taten ausdrückt. (In der Bibel manifestiert sich diese Überzeugung darin, dass Gott den Menschen Jesus gesandt hat, um sie zu retten, nicht, um zu strafen.)
In der ersten Strophe geht es um die „Niedrigsten“ der Gesellschaft, der Song wird zunächst ihnen gewidmet. Sträflinge, Junkies, Geächtete – Gott liebt sie alle, wird betont, „He loves you so“.
Desweiteren geht es um Führer, militärische und politische, und auf familiärer Ebene um „every mother and child“. „The Good Lord Loves You“ – aber, wird dem Refrain nun hinzugefügt, „ain’t it sad that we’re doing so bad”.

Jedem Christen (und Religionen mit ähnlichen Glaubensgrundsätzen) müsste diese Diskrepanz deutlichst vor Augen sein. Gott liebt alle Menschen, aber was tun wir uns (teilweise „in seinem Namen“) gegenseitig an? Alltägliche Gewalt, Hass, Terror, Krieg…Weiter entfernt kann man von „Liebe nicht sein“.

I’m singing this song
With a feeling that’s deep in my heart
And I wish that I could tear down
The walls that keep us apart
And I wish I could tear down
The walls so the feelings could grow
The Good Lord Loves You
The Good Lord Loves You
The Good Lord
He loves you so

Mauern und Grenzen überwinden, einreißen. Das ist das Bedürfnis, das er beim Singen spürt, mit „dem Gefühl, das tief in meinem Herzen ist“. Einander näher kommen, fühlen. Nämlich die Liebe, die allen Menschen zuteil wird. „The Good Lord Loves You“, ja, wenn es nicht so traurig wäre wäre, dass wir das nicht auch miteinander leben. „Ain’t it sad that we’re doing so bad“. Allerdings.
Der Text mit einfach strukturierten Sätzen ist Gefühlsausdruck eines Einzelnen. Kein expliziter Appell an die Mitmenschen, kein „so soll es sein“, sondern ganz einfach aus dem eigenen Herzen mitgeteilt.
Für ND ist ein ausschließlicher Bezug zum religiösen Gefühl ungewöhnlich (und kam, glaube ich, erst auf „12 Songs“ in dieser Form wieder vor). Diese Lyrics stammen auch nicht von ihm, sondern von Richard Fagan. Trotzdem ganz schön anzuhören, nicht?

Aleta

NDFan seit 1989 und bisher nicht mehr losgekommen. 1999, 2008, 2011, 2015 und 2017 in London, Köln und Oberhausen, Mannheim, Amsterdam und Hamburg live dabei. 🙂

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