Tennessee Moon

Tennessee Moon

Wir starten mit einem Song, der vielleicht so etwas wie ein Comeback markiert. Das gleichnamige Album jedenfalls zählt zu Neils stärksten Veröffentlichungen und beendete eine lange Durststrecke der (bestenfalls) Mittelmäßigkeit.
Was für ein Lied. Als titelgebendes Stück markiert es die Stimmung des Albums. Denn im Staat Tennessee liegt natürlich Nashville, „Music City“ , Zentrum der (kommerziellen) Country-Musik. Und der Mond ist ja bereits in anderen Songs aufgetaucht, Symbol für Emotionalität und Wandlung.

So. Gehen wir einfach mal Schritt für Schritt durch dieses sehr dichte Lied und hören, was Neil bewegt. Musik, was sonst…

In seinem Hollywood findet er keine Inspiration mehr, erzählt uns Strophe 1. „I used to wake up / And write me a song before noon“, ihm fehlt etwas und er beschließt spontan einen Ortswechsel. Seine Taschen sind „dusty“, er war wohl lange nicht mehr unterwegs, „an old guitar“ muss mit und sein Bedürfnis ist so groß, dass er einen „red-eye flight“ nimmt, das ist ein ganz später oder ein ganz früher Flug, wie man es sehen will. Das war wohl nötig.

Wo er hinfliegt, ist seit dem Songtitel klar, was ihn treibt, „in search of a dream“, wissen wir nun auch. Die Gitarre hat er bereits erwähnt, und nun fällt im Refrain noch der Name „Hank Williams“ und wir sind mittendrin. Einer der größten und einflussreichsten Countrymusiker ever und Neil fühlt sich ihm stark verbunden. „Is it the same moon Hank played under?“

Touched down
And she stole my heart right away

Aha, direkt mit der Landung ist er verliebt. Wer ist „she“? Im Gesamtzusammenhang wird klar, dass ausnahmsweise keine Frau gemeint ist. Hier geht es um Musik, Nashville und alles, was damit zusammenhängt, ein Lebensgefühl, das ihn ergreift.

Began to think for the first time
I might stay
And when I heard
That lonesome whistle moan
Knew I’d fin’ly found my way back home

„Lonesome Whistle“ ist übrigens ein Hank-Williams-Stück mit allem, was ein Countrysong so braucht, natürlich auch das Eisenbahn-Motiv. Im nächsten Refrain werden noch zwei seiner bekanntesten Lieder erwähnt, „Jambalaya“ (klassisches Cajun-Stück über leckeres Essen und gute Zeiten) sowie „I’m So Lonesome I Could Cry“ (über Einsamkeit und schlechte Zeiten).

Ja, Neil ist völlig gefangengenommen von Nashville und der musikalischen Präsenz:

And I can hear the echoes
In the sounds of his guitar
And his words still paint
A picture in my heart

Aleta

NDFan seit 1989 und bisher nicht mehr losgekommen. 1999, 2008, 2011, 2015 und 2017 in London, Köln und Oberhausen, Mannheim, Amsterdam und Hamburg live dabei. 🙂

Das könnte dich auch interessieren …