Let Me Take You In My Arms Again

Let Me Take You In My Arms Again

Diese Rubrik befasst sich mit seinen Texten, und bei diesem Song finden wir das musikalische Arrangement auch eher begleitend, auf dieser Ebene finden keine dramatischen Bewegungen statt. Wir hören eine tanzbare, fast schlagereske Melodie mit Ohrwurmqualität.

Im Textbereich breitet uns Neil ein ebenso begrenztes Bild, wobei die Elemente sich zu einem typischen Pop-Ohrwurm zusammenfinden.

Das „lyrische Ich“, der Sprecher – Neil? Ist verliebt. „Lass mich Dich in meine Arme nehmen“ heißt sein Lied. Es wäre kein typischer Diamond, wenn da nicht ein „Aber“ dabei wäre, und so weiß er: seine Holde hat doch eigentlich Besseres verdient, wäre „better off“ mit einem anderen. Denn Neil hat quasi nur seine hehre Liebe zu bieten, „All I’ve got is what I feel / And what I feel is what I am“. Naja, vermutlich weiß er, dass das alles ist, was Damen wollen und brauchen, und sie durchaus zufrieden sein wird. 😉

Faktisch besteht der Song nur aus dem variierten Refrain, mehr als diese Ausgangsskizze bekommen wir in den Strophen nicht zu hören. Fast jede Zeile beginnt dort mit „Let…“, und so hämmert uns Neil dezidiert ein, was die Lady mit sich machen lassen soll: in die Arme nehmen, vorm Sturm retten und sich sicher und warm halten lassen. Das sind ganz einfache, an Grundbedürfnisse appellierende Vorhaben, die ihr Herz ganz sicher zum Schmelzen bringen.

Dies ist in seiner Grundstruktur ein ‚einfacher‘ und gradliniger Song, aber ND bemüht sich auch um ein wenig Tiefe:

Let me see behind your smile
Let me love you like a child

singt er, „lass mich hinter Dein Lächeln sehen“, er möchte weit mehr kennenlernen als eine hübsche Fassade. Und „lass mich Dich lieben wie ein Kind“, hier nimmt er explizit die romantische (und sexuelle) Ebene heraus, seine Liebe ist aufrichtig, bedingungslos und „rein“. Er hegt keine Hintergedanken, es geht tatsächlich um die Dame und nur um sie. Hach ja!

Seiner Zielstrebigkeit verleiht er dabei mit dem Vergleich Ausdruck, er sei „wie ein Zug auf Schienen“ unterwegs, geradewegs zu ihr. Diese eher kontrolliert-strukturierte Bewegung findet sofort ein Ende, sobald sie sich in den Armen liegen, denn dann beschreibt er die Situation „wie ein Schiff ohne Segel / auf einem Meer ohne Pfad“ – sie haben ihren eigenen Rhythmus, ihre eigenen Richtungen, sind sich in ihrer Umarmung selbst genug.

But let me take you in my arms again
Let me take you in my arms and then
Let me see behind your smile
Let me love you like a child
Let me take you in my arms

Immer und immer wieder. Ein einfacher Song, denn wahre Liebe ist so: einfach, leicht, bedingunslos. Viel Spaß mit dem Ohrwurm des Tages. Neil war in Deutschland relativ erfolgreich damit, das Lied kam in die Top 30.

(Und wurde in einer deutschen Version auf die Schlagerebene reduziert – die Melodie und ein Text, in dem sich Herz auf Schmerz reimt. Da wünscht man sich schnell wieder die Originalversion herbei…)

Aleta

NDFan seit 1989 und bisher nicht mehr losgekommen. 1999, 2008, 2011, 2015 und 2017 in London, Köln und Oberhausen, Mannheim, Amsterdam und Hamburg live dabei. 🙂

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