Free Life

Free Life

Der folgende Song passt thematisch ins Schema. Wir springen in Neils hochambitionierte Phase.

Auch hier haben wir ein Lied, dessen Hauptaspekt auf schwingendem Rhythmus und Melodieführung liegt. Auch hier ist Lebensfreude das zentrale Thema, wobei es hier nicht um eine bestimmte Herzensdame geht, sondern um einfaches, unkompliziertes Ausleben eines spontanen Gefühls.

Das Album heißt „Tap Root Manuscript“, taproot ist eine Pfahlwurzel, die die jeweilige Pflanze hauptsächlich versorgt, besonders kräftig und von ihr gehen alle weiteren Wurzeln ab. Neil begibt sich musikalisch nämlich hin zu den Wurzeln der Menscheit, nach Afrika. In „Free Life“ finden wir zwei textliche Bezüge, einmal „Pick me a tune / Sing it like a black man“ und natürlich die „round, brown ladies“, mit denen er eine schöne Zeit verbringen möchte. Sinnlich-üppig statt urban, schlank und trendy…Sprachlich ist die häufige Verwendung von „ain’t“ auffällig, die u.a. charakteristisch für den afroamerikanischen Slang ist.

So sieht das „freie Leben“ im Song aus, mitreißende Musik und freie Liebe. Es wird nur das erwähnt, was er will, Negativierungen werden ausgelassen. „If she ain’t no belle, hell, it’s okay“ singt er, und „I ain’t no kid / Believin‘ in the bible“. Hier ist er frei von jeglicher gesellschaftlicher Restriktion, er “lässt ein Licht an” und schaut, wer und was da kommt. „We’ll just have us a time“, mehr braucht es nicht. Auch nicht an Text, „oh“, „mmm“ und “deedeedeedoo” reichen, es geht um das Spüren, den Körper, nicht um den Kopf.

Und so reißt uns die Musik unwiderstehlich mit, noch Stunden später bleibt der Refrain im Ohr. Aww, free life. 😉
So, jetzt wird es mal wieder Zeit für die diamondsche Großgeste. Auf „Sweet Caroline“ hat er einige schöne Lovesongs versteckt, und dies ist einer davon.

Aleta

NDFan seit 1989 und bisher nicht mehr losgekommen. 1999, 2008, 2011, 2015 und 2017 in London, Köln und Oberhausen, Mannheim, Amsterdam und Hamburg live dabei. 🙂

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