Back From Baltimore

Back From Baltimore

So, Leute, wir machen mal weiter. Das Getrödel hier geht alles von unserer Zeit ab! 😉

Neil hat den heutigen Song, wie einige andere Stücke, für den Country-Pop-Artist Ronnie Dove geschrieben. (Label: Diamond ;-)…) Der Sage nach war es ein Schnellschuss, nachdem das eigentlich angedachte Werk „Red, Red Wine“ nicht in das Saubermann-Oeuvre des Mr. Dove passte. Und so klingt es auch, ein Klon der frühen Diamonds, aber es gibt schlimmeres! „Back from Baltimore“ erschien Ende der 60er auf einer der vielen B-Seiten von Ronnies Singles-Output.

“Back From Baltimore” wendet sich hörbar an ein junges Publikum: tanzbarer Rhythmus, das übliche Background-Klatschen der 60er-ND-Stücke, und der Text belastet uns nicht allzusehr. Der simple Kreuzreim geht schnell ins Gehör und ebensoschnell wieder heraus, und am Ende jeder Strophe steht „Baby, where are you?“.

Es geht natürlich um die Liebe, hier wohl eher ein Verliebtsein: „Hey, see how she kissed me / Yeah, no reason for the girl to lie” – ein junger Mann ist verschossen und versichert sich erstmal selbst, dass seine Holde das auch ist, und zwar hoffentlich in ihn. „Sie sagt, sie wird mich vermissen“, also alles gut und er zieht lächelnd von dannen, um nach Baltimore zu reisen. Der Liedtext dreht sich nun um die Situation nach seiner Rückkehr, zwei Wochen ist er schon da und hat noch nichts von ihr gehört! Herzschmerz! Dieser Fact macht etwa drei Viertel der Lyrics aus:

But I’ve been back from Baltimore
For a week or two
I hurried back from Baltimore
Baby, where are you?
Where are you?

Da es sich um eine Uptempo-Nummer handelt und nicht um eine Ballade, fühlen wir nicht übermäßig mit. Im Kontrast dazu steht die sehr dramatische letzte Strophe, in der der Protagonist ankündigt, „vor Deinen Augen sterben“ , seine Kehle sei auch schon ganz trocken. Obwohl wir das ja selbst öfter mal mitgemacht haben, diesen allumfassenden Liebeskummer, schnipsen wir hier aber eher mit den Fingern und trällern „Where are you?“, dieser Song berührt nicht, er animiert eher zum Schwof im Beatschuppen. 😉

Ronnie Dove kam selbst aus Baltimore, so ist dieses Lied für ihn maßgefertigt. Ein netter Ohrwurm, aber ansonsten eher irrelevant.

Aleta

NDFan seit 1989 und bisher nicht mehr losgekommen. 1999, 2008, 2011, 2015 und 2017 in London, Köln und Oberhausen, Mannheim, Amsterdam und Hamburg live dabei. 🙂

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