A Million Miles Away

A Million Miles Away

Das Lied zum Montag ist so alt, dass es in die Kategorie “before they were famous” fällt. Wir haben es (außerhalb des Hardcore-Sammler-Universums) als Gimmick auf der IML-Compilation erhalten.

Eine Million Meilen entfernt? Uh, das ist ganz schön weit. (Albert Hammond war später immerhin nur “Half a Million Miles From Home”…) Es geht also um die gefühlt größtmögliche Entfernung, und die befindet sich zu Neils Unglück genau zwischen ihm und seiner Liebsten.

Er formuliert das Paradoxon sehr geschickt: „Jedes Mal, wenn wir zusammen sind / bin ich alleine / Wenn Du neben mir bist / Bist Du weit weg“. Die schlimmste Form der Einsamkeit ist, neben jemand abgewandten leben zu müssen. Sie ist körperlich anwesend und doch eine Million Meilen entfernt. „You treat me like / Someone that you’ve never known“ singt er, und eigentlich sollte seine Partnerin diejenige sein, die ihn am besten kennt.

Sie ist jedoch weder interessiert noch zugewandt, „Du hörst kein Wort, das ich sage“ meint er, und wenn er sie fragt, was los ist, scheint auch ihre Antwort „A million miles away“. Und Neil sieht bei aller Verletztheit sehr klar, was das bedeutet:

The things you do
Just have one meaning
There’s no use trying to pretend
Oh darling, what I would give
To find out that I’m dreaming,
But I know, we’ve reached the end

Es ist zuende, sie liebt ihn nicht mehr. In der letzten Strophe erkennt er, dass sie „jemand gefunden hat, der ihr lieber ist“. Er sieht es in ihren Augen, sie muss gar nichts sagen. Und so wie das Lied mit dem Kontrast Nähe-Entfernung begonnen hat, wählt er auch hier wieder eine kontrastierende Darstellung:

And every day
Your lover grows more near to you
But I remain, a million miles away

Täglich kommt ihr der “Neue” näher, während der Abstand zu Neil bleibt. Eine Million Meilen, unvorstellbar und unmöglich weit.

Aus dem Mund eines –zu der Zeit- sehr jungen ND klingt dieser Song reichlich dramatisch. Tatsächlich könnte der Text mit einer überarbeiteten, komplexeren Melodieführung vielleicht auch heute noch angemessen wirken, Teenpop hin oder her. Love hurts, ob Jugend oder Alter.

Aleta

NDFan seit 1989 und bisher nicht mehr losgekommen. 1999, 2008, 2011, 2015 und 2017 in London, Köln und Oberhausen, Mannheim, Amsterdam und Hamburg live dabei. 🙂

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