Stones

Die drei Strophen nutzen in Bezug auf das immergrüne Thema Liebe jeweils die Symbolik von Fruchtbarkeit, Saat und Ernte. Der Songtitel erfährt dabei im Verlauf eine Bedeutungswandlung.

Im ersten Vers wird die Metapher „Steine“ dreifach verwendet. Steine rollen in ihrem Kopf, bilden ihr Lager und sind das, was sie nach Liebe sehnend zurückerhält. Schmerz, Brache, Tod ist das Bild.

Dann kommt Vers 2 und „Herrgott, Kind“ stößt Neil aus und nimmt dabei die Rolle des tröstenden Beschützers ein. Ein guter Tag wird kommen, und er ergänzt das Bild der wüsten, toten Steine durch „I’ll be there to let the sun in“. Leben, Wärme, vielleicht auch ein wenig spiritueller Trost, denn „bein‘ lost is worth the comin‘ home“. Nämlich „on stones“, wie der Refrain jetzt ergänzt wird. Tote Steine können durchaus eine Straße hin zum Leben pflastern.

Und Leben zeigt das Bild im dritten Vers, „you and me“ vereint, „a time for planting“, der tote Boden wird fruchtbar gemacht, es wird gesät und „a harvest granting“, durch alle bisherigen Gebete ist der Ertrag gewährt. Und das ist Liebe: Zwei Feldblumen wachsen auf Stein („we’re just two wild flowers“), ein grandioses Bild. Sieg des fruchtbaren Lebens, der biegsamen, zarten und doch widerstandsfähigen Pflanzen über harten und starren Boden. Stein, Schmerz, Brache können das Leben, die Liebe und die Schönheit nicht am Wachsen hindern.

Sehr schön durchkonzipiert und ein stimmiges Schlussbild. Daumen hoch 🙂 

Interessant sind die deutlichen religiös-spirituellen Bezüge. Lordy, prayer, das „verlorene Kind“, säen und ernten. Man müsste mal nach passenden Stein-Gleichnissen recherchieren, ich bin nicht sehr bibelfest. Für mich bleibt es eher ein love song als ein spiritual