Shilo

Über diesen Song hat Neil uns einiges verraten – es geht um eine imaginäre Freundschaft seiner Kindheit. Weil er inmitten des trubeligen elterlichen Geschäfts oft einsam war, hat er sie gebraucht:

Einen interessanten Namen hat sich ND hier gewählt, der ist nämlich biblischen Ursprungs und bedeutet im Hebräischen soviel wie „Gesandte(r)“, eine andere Bedeutung ist „Frieden“. In der Bibel wird Jesus mit diesem Namen assoziiert. Mal wieder ganz großes, dramatisches Kino, aber das kennen wir ja…

Shilo, in Neils Version ohne „h“ am Ende, hat er sich ausgedacht („the only friend you can find / There in your mind“), um Zeiten unerträglicher Einsamkeit zu überbrücken. „Wenn niemand anderes kam, Shilo, bist Du immer gekommen und wir haben gespielt.“

Wir erfahren ein wenig über sein kindliches Sozialleben („Wenn Kinder spielen, scheinst Du alleine übrigzubleiben“) und über das arbeitsreiche Leben seiner Eltern. („Papa sagt, er würde liebend gerne bei Dir sein, wenn er Zeit hätte“) Auch Shilo selbst wird skizziert, „Young girl with fire“, „the way that she made me smile“, die von ihm geschaffene Figur sorgt für sein Bedürfnis nach Liebe und Freude. In der letzten Strophe entwickelt sie dann sogar ein Eigenleben:

Had a dream, and it filled me with wonder
She had other plans
„Got to go, and I know that you’ll understand“
I understand

So muss er befürchten, dass sogar der/die selbsterdachte Freund/-in ihn zurücklässt, eigene Pläne verfolgt und für ihn keine Zeit mehr hat. In einer Studioversion endet der Song mit Neils sehnsüchtigen Rufen. Ein kleiner, trauriger Song über einen traurigen Jungen.

Leider bleibt so jede kindliche Parallelwelt irgendwann unerreichbar. Seufz 😉