A Million Miles Away

Das Lied zum Montag ist so alt, dass es in die Kategorie “before they were famous” fällt. Wir haben es (außerhalb des Hardcore-Sammler-Universums) als Gimmick auf der IML-Compilation erhalten.

Eine Million Meilen entfernt? Uh, das ist ganz schön weit. (Albert Hammond war später immerhin nur “Half a Million Miles From Home”…) Es geht also um die gefühlt größtmögliche Entfernung, und die befindet sich zu Neils Unglück genau zwischen ihm und seiner Liebsten.

Er formuliert das Paradoxon sehr geschickt: „Jedes Mal, wenn wir zusammen sind / bin ich alleine / Wenn Du neben mir bist / Bist Du weit weg“. Die schlimmste Form der Einsamkeit ist, neben jemand abgewandten leben zu müssen. Sie ist körperlich anwesend und doch eine Million Meilen entfernt. „You treat me like / Someone that you’ve never known“ singt er, und eigentlich sollte seine Partnerin diejenige sein, die ihn am besten kennt.

Sie ist jedoch weder interessiert noch zugewandt, „Du hörst kein Wort, das ich sage“ meint er, und wenn er sie fragt, was los ist, scheint auch ihre Antwort „A million miles away“. Und Neil sieht bei aller Verletztheit sehr klar, was das bedeutet:

The things you do
Just have one meaning
There’s no use trying to pretend
Oh darling, what I would give
To find out that I’m dreaming,
But I know, we’ve reached the end

Es ist zuende, sie liebt ihn nicht mehr. In der letzten Strophe erkennt er, dass sie „jemand gefunden hat, der ihr lieber ist“. Er sieht es in ihren Augen, sie muss gar nichts sagen. Und so wie das Lied mit dem Kontrast Nähe-Entfernung begonnen hat, wählt er auch hier wieder eine kontrastierende Darstellung:

And every day
Your lover grows more near to you
But I remain, a million miles away

Täglich kommt ihr der “Neue” näher, während der Abstand zu Neil bleibt. Eine Million Meilen, unvorstellbar und unmöglich weit.

Aus dem Mund eines –zu der Zeit- sehr jungen ND klingt dieser Song reichlich dramatisch. Tatsächlich könnte der Text mit einer überarbeiteten, komplexeren Melodieführung vielleicht auch heute noch angemessen wirken, Teenpop hin oder her. Love hurts, ob Jugend oder Alter.

Act Like a Man

Heute wieder ein Song aus dem Alterswerk. HBD ist vielleicht das
beste ND-Album. Ever.
 
„Handele wie ein Mann“. Wie alt war Neil bei Erscheinen des
Albums? 67 oder so? Da sollte man meinen, dass er mittlerweile
zum Manne gereift war. Und doch hat er sich zeitlebens mit seiner
Rolle als Mann, als Star, als Songwriter auseinandergesetzt. In
diesem Song hören wir ihn quasi mit sich selber sprechen.
Und er geht nicht zimperlich mit sich um…“Songmaker / You
heartbreaker“ ist seine Anrede, und während das noch nach einer
ganz guten Selbsteinschätzung klingt, wird es danach rüde: „Du
weißt, dass Du nur ein wertloser Tagträumer bist“ sagt Neil zu sich
selbst, er solle damit aufhören und gefälligst wie ein Mann handeln.
 
Zentrales Wort der nächsten Strophe ist „play“, und das passt
natürlich wenig zu „man“. Songschreiben ist „wie das Spielen mit
einem Blitz“, aufregend aber gefährlich. Und „sing and dance all
day“ ist wohl nichts, das Erwachsene tun würden, wo es doch so viele wichtige Dinge zu tun gibt.
 
Denn
Bein‘ a man means responsible
You hear it wherever you go
Nothing is ever impossible
Something inside tells me so
And I know
What I know
„Ein Mann sein, bedeutet verantwortlich“, singt Neil, wobei dieser
Satz dann doch nicht sein eigener ist – „man hört das, wo auch
immer man hingeht“. Jaha, das ist immer so eine Sache mit den
Dingen, die „man“ tun darf oder nicht. Und tief im Inneren weiß
Neil, dass das auch keine absoluten Wahrheiten sind, „ich weiß,
was ich weiß“…und das ist: nichts ist jemals unmöglich.
 
Und so ist es fraglich, ob der „lover“ letztendlich doch noch „Some
other way to turn your head around again“ findet. Ja, es wird
„spät“ und es ist „Zeit, wie ein Mann zu handeln“, das sagt sein
Kopf. Aber der diskutiert mit einem „Songmaker“, „heartbreaker“,
„lover“, und diese können nicht auf der Verstandesebene erreicht
werden. Diese Akteure handeln aus dem Herzen, aber doch
genauso „like a man“.
 
Zeit, die Selbstzweifel zu vergessen, Mr. Diamond, 67 oder nicht.
 

Ain’t No Way

Dies ist eins der Lieder, die ohne viel Text auskommen. Die Musik
transportiert ein Lebensgefühl, und die spärlichen Zeilen liefern
uns einfach die Fläche für schwingende Lebensfreude. Neil
verwendet breiteste Alltagssprache („ain’t“ würde jeder Lehrer
doppelt rot anstreichen) und lässt es einfach fließen.
 
„Ain’t no way“ bedeutet so viel wie „keine Chance“, es führt kein
Weg daran vorbei. Und das ist zur Abwechslung mal positiv
gemeint von Mr. Diamond, „Ain’t no way / To get you out of me“. Er
ist vollkommen erfüllt durch seine Liebste: „Du bist alles, was ich
je brauche“ singt er, „wenn ich vergesse, wie schön das Leben ist /
Zeigst Du es mir wieder“. Gerade Letzteres ist ein typisch
diamondsches Konzept, die Dame bringt Licht, Wärme und
Lebensfreude.
 
Und so hören wir ungewohnt optimistische Erkenntnisse aus
seinem Mund, „Eine gute Zeit wird kommen / Kein Zweifel“ und
schließlich d
ie essentielle Erkenntnis: „Gute Zeiten hier / Wie eine
große Pflaume ohne Stein / Und, Baby, keine Chance zu vergessen
/ Dass Du der Grund dafür bist“.
Er genießt also das Leben, ein seltenes Thema in seinen Songs,
und erst durch die Liebe zu ihr ist er d
azu fähig. Die Pflaume ist
natürlich auch ein sinnliches Symbol, und hier hat sie noch nicht
mal einen Stein, er kann sich der Süße ohne jeden Vorbehalt und
vollkommen hingeben.
 
Entsprechend braucht er keinen weiteren Text. „Come on, hey“
reicht, um uns mitzureißen in diese Stimmung. Ein kleiner Song,
der einem aber stundenlang im Ohr bleibt.
 
Ain’t no way to get it out!

And the Grass Won’t Pay No Mind

Heute heißt es tatsächlich mal wieder: anschnallen. Neil Diamond singt und es geht um Sex…hui! Aber, natürlich kennen wir seine Lieder alle und wissen, dass auch der Akt an sich bei Mr. Diamond stets hehr und erhaben ist. In seinen Songs geht es um die Verschmelzung zweier Seelen; der Liebesakt ist bei ihm immer ein Ausdruck der vollkommenen Vereinigung auf allen Ebenen. Während er in „Sleep With Me Tonight“ sehr direkt wird, ist „And the Grass Won’t Pay No Mind“ vergleichsweise subtil.

Das Verhüllte ist meist erotischer als nackte Offenbarungen, und so umreißt Neil für uns ein skizziertes Bild, das wir mit Kopfkino füllen und das somit zur perfekten Fantasie wird. Das fängt schon mit dem Titel an, „Und dem Gras ist es egal“. Sofort hört man hin, um was es denn da gehen mag, und ist grinsend fasziniert, wenn man begreift, dass es genau um die anzüglichen Gedanken geht, die einem als erstes durch den Kopf geschossen sind. Dann schauen wir uns einfach den Text mal an…

Neil kreiert in der ersten Strophe eine ruhige, entspannte Szenerie („the time will be our time“), man geht „barfuß“und ist daher offensichtlich fernab jeder urbanen Alltagsreglementierung. Man kann sich der Natur hingeben, Flussrauschen, Vogelgezwitscher, Gott ist wahrnehmbar präsent, „you can hear God calling“. Er gibt dem Bild mit diesem Hinweis spirituelle Tiefe und dem Geschehen höhere Weihen. Das kennen wir, ND hat seine Beziehung zu Marcia in Songs sehr oft überhöht und dignifiziert dargestellt, und auch dieses Lied passt in diese Reihe.

Die beiden kommen in der zweiten Strophe dann auch schnell zum Wesentlichen:

Come on to me, Your hair’s softly falling
On my face as in a dream

Geredet werden muss dabei nicht viel. Offensichtlich sind sie sehr miteinander vertraut und so haben ihre Zärtlichkeiten etwas Kommunikatives; sie erwidert seine Küsse (die er nicht eben als verlangend, sondern als ‚sanft‘ beschreibt. Allein die Vokabel „wet“ gibt dabei den Hinweis, dass er sie wahrscheinlich nicht auf die Stirn küsst) „mit ihren Händen“ und eins ergibt das andere:

My lips touch you, with their soft wet kisses
Your hands gentle in reply
And the time will be our time
And the grass won’t pay no mind

Mit dem physischen Plaisir wird Mr. Diamond auch philosophisch. „Touch my soul with your cries / And the music will know what we found” – da ist sie, die Facette der seelischen Vereinigung; und klar, bei ihm wird Liebe unmittelbar in Inspiration umgesetzt und so hat er einige seiner besten Werke in dieser Phase geschrieben.

Und auch in diesem doch sehr sinnlichen Stück finden wir wichtige Lebensweisheit:

I hear a hundred good-byes
But today I hear only one sound
The moment we’re living is now

Er ist sich voll bewusst, dass er das Glück des Moments nicht festhalten kann. Eines Tages wird alles enden. Aber er lebt den Moment und kostet ihn aus und darauf kommt es an. Now, now, now, now, now…

Und dann ist zumindest der Moment der Lust vorüber und die letzte Strophe beschreibt das Nachglühen. Die kühle Brise streicht über die erhitzten Körper, „sweat inside my palms“ und die Liebenden werden zum Bestandteil der göttlichen Schöpfung: „Young bird flying“, sie hören „the flowers growing“, sie schläft in seinem Arm. Ein friedlich erfülltes Bild der Zufriedenheit, dem Eins-sein, miteinander, mit der Natur, dem Leben.

No the grass won’t pay no mind, aber wir. Und Neil hat uns einen großartigen Lovesong geschenkt, sehr Diamond-typisch und ganz stark. Für mich gehört er mit zu den schönsten ND-Titeln überhaupt!

 

And The Grass Won’t Pay No Mind

Heute heißt es tatsächlich mal wieder: anschnallen. Neil Diamond singt und es geht um Sex…kreisch! Aber, natürlich kennen wir seine Lieder alle und wissen, dass auch der Akt an sich bei Mr. Diamond stets hehr und erhaben ist. In seinen Songs geht es dabei um die Verschmelzung zweier Seelen; der Liebesakt ist bei ihm immer ein Ausdruck der vollkommenen Vereinigung auf allen Ebenen. Während er in „Sleep With Me Tonight“ sehr direkt wird, ist „And the Grass Won’t Pay No Mind“ vergleichsweise subtil.

Das Verhüllte ist meist erotischer als nackte Offenbarungen, und so umreißt Neil für uns ein skizziertes Bild, das wir mit Kopfkino füllen und das somit zur perfekten Fantasie wird. Das fängt schon mit dem Titel an, „Und dem Gras ist es egal“. Sofort hört man hin, um was es denn da gehen mag, und ist grinsend fasziniert, wenn man begreift, dass es genau um die anzüglichen Gedanken geht, die einem als erstes durch den Kopf geschossen sind. Dann schauen wir uns einfach den Text mal an:

Neil kreiert in der ersten Strophe eine ruhige, entspannte Szenerie („the time will be our time“), man geht „barfuß“und ist daher offensichtlich fernab jeder urbanen Alltagsreglementierung. Man kann sich der Natur hingeben, Flussrauschen, Vogelgezwitscher, Gott ist wahrnehmbar präsent, „you can hear God calling“. Er gibt dem Bild mit diesem Hinweis spirituelle Tiefe und dem Geschehen höhere Weihen. Das kennen wir, ND hat seine Beziehung zu Marcia in Songs sehr oft überhöht und dignifiziert dargestellt, und auch dieses Lied passt in diese Reihe.

Die beiden kommen in der zweiten Strophe dann schnell zum Wesentlichen:

Come on to me, Your hair’s softly falling
On my face as in a dream

Geredet werden muss dabei nicht viel. Offensichtlich sind sie sehr miteinander vertraut und so haben ihre Zärtlichkeiten etwas Kommunikatives; sie erwidert seine Küsse (die er nicht eben als verlangend, sondern als ‚sanft‘ beschreibt. Allein die Vokabel „wet“ gibt dabei den Hinweis, dass er sie wahrscheinlich nicht auf die Stirn küsst) „mit ihren Händen“ und eins ergibt das andere:

My lips touch you, with their soft wet kisses
Your hands gentle in reply
And the time will be our time
And the grass won’t pay no mind

Mit dem physischen Plaisir wird Mr. Diamond auch philosophisch. „Touch my soul with your cries / And the music will know what we found” – da ist sie, die Facette der seelischen Vereinigung; und klar, bei ihm wird Liebe unmittelbar in Inspiration umgesetzt und so hat er einige seiner besten Werke in dieser Phase geschrieben.

Und auch in diesem doch sehr sinnlichen Stück finden wir wichtige Lebensweisheit:

I hear a hundred good-byes
But today I hear only one sound
The moment we’re living is now

Er ist sich voll bewusst, dass er das Glück des Moments nicht festhalten kann. Eines Tages wird alles enden. Aber er lebt den Moment und kostet ihn aus und darauf kommt es an. Now, now, now, now, now…

Und dann ist zumindest der Moment der Lust vorüber und die letzte Strophe beschreibt das Nachglühen. Die kühle Brise streicht über die erhitzten Körper, „sweat inside my palms“ und die Liebenden werden zum Bestandteil der göttlichen Schöpfung: „Young bird flying“, sie hören „the flowers growing“, sie schläft in seinem Arm. Ein friedlich erfülltes Bild der Zufriedenheit, dem Eins-sein, miteinander, mit der Natur, dem Leben.

No the grass won’t pay no mind, aber wir. Und Neil hat uns einen großartigen Lovesong geschenkt, sehr Diamond-typisch und ganz stark. Für mich gehört er mit zu den schönsten ND-Titeln überhaupt.

 

And the Singer Sings His Song

Ein Album später (“Touching You, Touching Me”) bietet uns Neil einen kleines, aber überaus persönliches Lied.
Ich erinnere mich nicht an alle Details, aber Neil ist als Jugendlicher auf den Folksänger und Aktivisten Pete Seeger getroffen. War es ein Summercamp? Die Begegnung hat Neil sehr beeindruckt und er hat später mehrfach gesagt, dass Pete ihn letztendlich inspiriert hat, Songs zu schreiben. Dieser hier fängt auf faszinierende Weise den Moment ein.

Er nimmt uns mit in Kindertage („Days without wond’ring“), die ihm vor allem als die Zeit bewusst sind, in der er „lachen konnte“. Und das tat er und hat das wohl genossen. Wehmut schwingt mit, er würde wohl diese kindliche Freude auch heute noch gerne fühlen können. Aber sein Lied ist leise und meditativ, aus der Perspektive des erwachsenen Neil Diamond, und der weit entfernt von seiner Kindheit.
Zur Illustration malt er uns ein Bild, nämlich das des „Sängers, der sein Lied singt“ und die Kinder tanzen dazu, ein unbeschwerter und wahrhaftiger Moment. Blumenwiesen und warmer Sommerregen, ja, so war es damals. „Once, it was once“, aber immer noch wirken dieses Bild und diese Zeit sehr intensiv nach. Wir spüren es, und es ist einfach und schön.

Another Day That Time Forgot

Die heutige Großartigkeit bringt uns zurück auf den Boden des Alltags. Raus aus dem Museum, weg von komplizierter Symbolik. Die bittersüße Wahrheit über die Liebe ist, dass man sie aktiv festhalten muss. Von beiden Seiten. Sonst stellt man eines Tages fest, dass sie fort ist, einfach so. Was ist passiert? Und wann?
Einem Neil Diamond ergeht es da nicht anders.

„Noch ein vergessener Tag“ ist das Thema. Genau der, an dem die Liebe abhanden kam. Neil wählt die Erzählform und sein Song ist ein Duett. Die Sätze betreffen beide, es ist eine Geschichte von zwei Liebenden, die alles hatten und es doch verloren, aus keinem besonderen Grund. Verfolgen wir mal den Aufbau:

„Ein sonniger Nachmittag / verleugnet meinen besorgten Blick / Über die Jahre verbunden / Hat es uns irgendwie in verschiedene Richtungen verschlagen“. Die Sonne scheint, alles ist, wie es sein soll. Nach außen hin. Innerlich weiß Neil, dass da nichts in Ordnung ist, man hat sich auseinander gelebt. Einfach so. Und dieses schleichende Auseinanderdriften, die unbemerkte Entfremdung fasst er in der Klammer „Was on a day that time forgot“ zusammen, keiner weiß genau, wann der Anfang vom Ende begonnen hat. „Oh no“ singt Neil, aber es ist zu spät, niemand hat den Verlauf aufgehalten. Er bereut das.

„Ich hätte Dich festhalten sollen bis der Sturm vorüber war / Wir hatten sonst nichts mehr, an dem wir uns hätten festhalten können / Du hast zu viel gesagt / Aber nicht das, was mich mit Dir verbindet“. Was für eine schmerzliche Strophe. Jede Beziehung geht durch Höhen und Tiefen, aber wenn man nichts Verbindendes mehr sieht, wenn man nicht mehr reden kann, wird ein „Sturm“ alles zerstören: „Wir beide ließen es einfach los / Sahen es nicht gehen, haben es nichtmal versucht / Ich wusste nur, dass wir weiterzogen / Plötzlich war es fort, man weiß nicht warum“. Oh no.

Das ist nicht die Fortsetzung, die man sich im Kino erträumt, wenn sich die Liebenden am Ende in die Arme sinken. So darf es doch nicht ausgehen! Wo ist das große Gefühl hin? Wie kann es einfach so gehen? Reality bites, und so resümiert Neil:“Ich habe keinen Grund dafür / Jedenfalls keinen, den ich verstehe / Es verschwand einfach so / Schlüpfte mir durch die Finger.“ Keiner von beiden hat der Liebe ausreichend Aufmerksamkeit geschenkt, so konnte sie unbemerkt verschwinden an irgendeinem dieser Tage. Ohne Drama und doch ist da ein großer Schmerz.

„Wir hatten es einst, aber wir haben es einfach fallen lassen / Hätten es festhalten sollen, hätten alles haben können / Ich denke an das Leben, das wir hätten haben können / Verloren das, was wir hatten, irgendwo auf dem Weg.“ Die späte Erkenntnis tut weh, und in der letzten Strophe wird deutlich, dass da doch noch Gefühl vorhanden ist. (Naja, es ist schließlich ein Neil-Diamond-Song…) Alle bisherigen Strophen behandelten die Vergangenheit, nun erfahren wir etwas über das Heute:

„Ich wachte wieder alleine auf / Die vage Erinnerung an einen Traum in meinem Kopf / Du verbrachtest den Tag mit mir / Folgtest mir nachts in mein Bett“. Ja, auch das war an einem vergessenen Tag. Damals. Und vielleicht könnte es noch so sein, wenn –ja, wenn die beiden etwas achtsamer gewesen wären, ihre große Liebe bewahrt hätten. So bleibt am Ende nur der Seufzer „Oh no“ und die Erinnerung an ein Gefühl. Er wacht allein auf, es gibt keine neue Liebe, er lebt in der Erinnerung an vergessene Tage.

Ein Song, so schmerzlich schön wie das Leben. Seufz.