Archiv der Kategorie: Musik

Everybody’s Talking

Heute ist es tatsächlich soweit: Der dritte Teil der Diamond Linguistics ist da!

Einen Riesendank an meinen Herausgeber @heartlight, der sich auch diesmal wieder die Arbeit gemacht hat, alle Texte zusammenzustellen und in eine optisch ansprechende Form zu bringen. 🙂  Auch in diesem Band finden sich wieder wissenschaftlich höchst fundierte Betrachtungen von Neils Songtexten, kurze Erklärungen zu sprachlichen Klippen und ab und zu ein paar persönliche Einstreuungen der Autorin. 😀

Diamond Linguistics Vol. III

(Wer es verpasst hat, die beiden ersten Bände finden sich jeweils hier: Diamond Linguistics, Vol. I Diamond Linguistics, Vol. 2 )

Drei Bände in drei Jahren. Also ich könnte noch…Neil hat weiterhin reichlich Material für uns in petto. Wie sieht es aus, sollen wir eine vierte Runde anstreben? Vielleicht eine Sonderausgabe zum 20. im nächsten Jahr? 😉

Nochmals 1000 Dank an @heartlight, der die „Veröffentlichungen“ ermöglicht hat!

Für mich sind Texte seit fast 30 Jahren jeden Tag präsent, ich denke täglich darüber nach, und das wird sich vermutlich auch nicht mehr ändern. Neil Diamond ist dabei einer der wenigen Songwriter, dessen Werk mich so sehr beschäftigt. Nachdem ich das Anglistikstudium abgeschlossen hatte, wusste ich auch warum – neben dem persönlichen Geschmack ist es tatsächlich Kunst, was man in seinen Songs findet. Viele seiner Texte sind objektiv gesehen echte Meisterwerke in Struktur und Aufbau. Word! 🙂

America

Tom Hensley, Neils Pianist und Keyboarder, hat ein Faible für Onlinekommunikation. Schon vor über 20 Jahren haben wir seine Beiträge auf seiner „Diamondville„-Seite genossen, insbesondere den Tour-Newsletter Arch Angel Post-Bugle Intelligencer (PBI). Im laufe der Zeit musste er den Webauftritt der Band  zum Blog „Diamondville Doings“ verknappen, bis die Publikation 2011 leider auslief.

Nachdem der Social-Media-Betrieb, wo Mr. Hensley selbstverständlich stets in vorderster Front dabei war, zunehmend in die Kritik gerät, schließt er nun seinen Facebookaccount auf der einen und den Kreis auf der anderen mit einer eigenen Webseite: https://hensleyfarms.com/ , die in gewohnt professionell-amüsanter Weise daherkommt. 

Dort zu finden ist eine hinreißende Hommage an Neil Diamond in Form eines Videoclips: Tom singt mit Unterstützung anderer Bandkollegen über die Jahrzehnte im diamondschen Team. Awesome! 😀

Vorhang auf für „Taking America to America“! 🙂

I Haven’t Played This Song In Years

Der Frühling ist da und wir wenden uns mal der leichteren Muse zu: Neil Diamond goes Schlager – deutsche Coverversionen sind ein weites Feld. 😉 Während es früher selbstverständlich war, landessprachliche Texte zu internationalen Hits anzubieten und nicht selten der Originalinterpret selbst vors Mikro trat, werden solche Versionen heute nur noch einem Nischenpublikum angeboten.

Schauen wir mal, was an deutschen Versionen von Neil-Diamond-Stücken so zu finden ist. In diesem Fall heißt das, sich erstmal ganz locker zu machen. Natürlich reicht keine deutsche Version an Neils Original heran, der jeweilige Interpret muss große Erwartungen erfüllen. Neil Diamond ist kein technisch perfekter Sänger, seine Performance lebt von den Brüchen und Unperfektheiten in seiner Stimme. Während seine Melodien oft eingängig und leicht klingen, sind viele Texte komplex und hintergründig, dieses „Gesamtpaket“ ist schwer zu übertragen und jede Adaption muss eigene Prioritäten setzen.

Das gelingt nur den Meistern des jeweiligen Fachs. Gelungen ist z.B. Karel Gotts „Ein besonderer Klang“ („Beautiful Noise“). Gott ist ein fähiger Sänger und nicht nur in seinem Heimatland eine absolute Institution. „Die goldene Stimme aus Prag“ mag mit den deutschen Endsilben ringen, darf aber einen soliden Text präsentieren. Ich habe ein bewegtes Video ausgewählt, wobei die Tänzerinnen im Hintergrund nicht zur Qualität und Ernsthaftigkeit beitragen, aber so musste Fernsehen damals. 😉

Auch Peter Alexander hat wenig falsch gemacht. Sein „Song in blue“ („Song Sung Blue“) ist auch im schlageresken Kontext absolut akzeptabel. Als versierter Entertainer bringt er einen pseudo-tiefgründigen Text, den man ihm aber durchaus durchgehen lässt, schließlich ist er nicht Udo Jürgens…

Dem können wir dann direkt eine abgründige Variante gegenüberstellen. Bevor Tom Astor den Stetson aufsetzte und junge Adler fliegen ließ, gesellte er sich zur Armada der Schlagerfuzzis und gab das textlich unterirdische „Komm, komm, komm, Mädchen meiner Träume“ (ebenfalls „Song Sung Blue“) zum Besten…Auch jenseits des eisernen Vorhangs konnte man dieser Platte lauschen, dort in der Version von Frank Schöbel.

Gesanglich mag das jeweils nicht beim Bügeln stören, aber beim Text handelt es sich um reinsten Flachsinn. Alexander, bitte übernehmen Sie! (Und dann holt man sehr, sehr flott wieder die Originalaufnahme hervor. Neil Diamond ist nicht zu ersetzen. Ernsthaft.)

Vielleicht hätten Tom & Frank sich zu Herzen nehmen sollen, was der Text hergibt…“Was ich auch tu‘, das hat doch keinen Sinn“. (Zitat) Joah, kommt hin, hier liegt der Schwerpunkt auf leicht verdaulichem Balzgesang für Teenieohren.

Mir fehlen die technischen Möglichkeiten, hier Tony Marshalls Version von „Canta Libre“ zu präsentieren, das ich nur auf MC vorliegen habe. 😉 Ich kann aber berichten, dass es weniger schlimm ist, als angenommen.

Absolut grauenvoll dagegen ist die Performance dieses mir vollkommen unbekannten Herrn. Es handelt sich um „Claus Markus“, der sich vergeblich bemüht, mit dem Playback und dem gnadenlosen Discofox-Muckenbeat klarzukommen. Es handelt sich um das eingedeutschte „Sweet Caroline“, das textlich erwartungsgemäß keine Ansprüche stellt.

Vor so viel Seelenlosigkeit gruselt mir, ich habe lange überlegt, das überhaupt zu teilen. Genreunterschiede hin und her, man muss Schlager nicht mögen, aber. Das. Geht. Nicht. Auch wenn man auf der Dorftenne auftritt, muss ein gewisser Anstand gewahrt bleiben.

Deshalb hier schnell eine „Übersetzung“, die man gelten lassen kann: Herr Wendland war ein Könner, wollte immerhin einst Opernsänger werden, auch wenn seine Caroline eine völlig andere ist als Neils. Old School Schwoof, deutsche Version – die süße Caroline beim ADTV-Tanztee.

Und zum guten Schluss noch eine brilliante „Holly Holy“-Adaption von der Grande Dame Daliah Lavi, fernab aller Schlagerabgründe.

Bei ihr hat man tatsächlich das Gefühl, eine adäquate Performerin anzutreffen, hier geht es nicht um glatte Wiedergabe einer gefälligen Melodie, sondern wir hören eine Sängerin, die die Atmosphäre eines Diamond-Songs tatsächlich ebenbürtig wiedergeben kann. Und die deutsche Betextung ist in diesem Fall wirklich exzellent! So geht es also auch. 🙂

Das war also ein kleines Potpourri aus deutschen Landen…es gibt noch viel mehr, wobei man wahrlich nicht alles gehört haben muss. 😀 

Was haltet ihr von solchen Bearbeitungen? Für mich ein sehr spannendes Thema, egal in welcher Sprache; wenn ich auch zugebe, dass ich Neils Songs in einer Schlagerumgebung nicht adäquat umgesetzt finde. Trotzdem interessieren mich alle „Bearbeitungen“, ob ich mich darüber ärgere oder freue, sei erstmal dahingestellt.

Let the Little Boy Sing

Neil wird in diesem Jahr (neben dem Grammy-Award für sein Lebenswerk) eine weitere hohe Auszeichnung erhalten!

Der „Johnny Mercer Award“ ist den in der Songwriters Hall of Fame aufgenommenen Künstlern vorbehalten -Neil wurde dort 1984 geehrt- und wird nur an Songschreiber verliehen, deren Werk „von höchster Qualität“ ist.

Neil Diamond to Receive Songwriters Hall of Fames Johnny Mercer Award

Neil Diamond will be honored with the Johnny Mercer Award at this June’s Songwriters Hall of Fame induction ceremony. The award is the Halls highest honor and is reserved exclusively for past inductees — Diamond was inducted in 1984.

Source: Neil Diamond to Receive Songwriters Hall of Fames Johnny Mercer Award

Für Fans ist diese späte Anerkennung eine große Freude, jedoch bleibt ein kleiner Stich der Undankbarkeit. Wird Mr. Diamond jetzt erst geehrt, weil seine Tourkarriere leider enden musste? Wieso hat XY bereits den Award erhalten? Ts, ts, ts.

So oder so ist es großartig, Neil fest als Größe der Popmusik in der  Historie verankert zu sehen. Vielleicht haben wir ja das Glück, ihn bei der ein oder anderen Verleihung persönlich zu erleben? Way, way, way to go, Neil! 🙂

Play Me

In diesem Sommer wird Neil also für das ausgezeichnet, mit dem Fans sich regelmäßig beschäftigen. Sein Lebenswerk. Und mit dem, respektive mit seinen Veröffentlichungen, deren Erwerb und Verwaltung, geht man, wie sollte es anders sein, sehr verschieden um. An dieser Stelle haben wir schon oft darüber diskutiert, wie unterschiedlich die Ausprägung „Fan sein“ gerät. Und das betrifft eben auch Schallplatten

Man kann durchaus mit einer guten Greatest-Hits-Compilation zufrieden sein, ohne weiteres Interesse am Gesamtwerk zu haben. Man kann eine vollständige Sammlung von Alben anstreben, ohne die erschienenen Singles nochmal extra erwerben zu müssen. Man kann mit Downloads arbeiten, ohne Regalmeter mit CDs oder Vinyl zu belegen, manche verkaufen nach der Digitalisierung ihre alten Sammlungen. Oder man kann versuchen, eine vollständige Sammlung aller Erscheinungen ever anzulegen, was quasi einem Lebenswerk gleichkommt, auch wenn das Internet vieles erleichtert.

Und, wo seht ihr Euch?

Bei mir spielt die Haptik eine große Rolle, obwohl ich technikaffin bin und Downloadmöglichkeiten gerne nutze. Deshalb gehört das „Besitzen“ von Singles, Alben und Booklets für mich dazu und Vinyl insbesondere.

Ich habe also eine kleine Sammlung. Vinyl, MCs, CDs, andere Medien und wenige Memorabilia. Die Platten haben mir immer am meisten Spaß gemacht, auch wenn die Bekanntschaft mit @vinylman mir aufgezeigt hat, was „Sammeln“ wirklich bedeuten kann; deshalb würde ich mich nicht als ernsthafte Sammlerin sehen. Mit den Jahren ist mir einiges abhanden gekommen, für einige Medien habe ich kein Abspielgerät mehr. Teils habe ich den Überblick verloren, aber meine Vinylkollektion ist mir heilig.

Ich beschäftige mich immer noch und immer wieder damit, vielleicht auch, weil sie mit Erinnerungen verknüpft sind. Die Freude, damals auf einer Plattenbörse auf Unbekanntes zu stoßen. Oder am Urlaubsort anstatt in die üblichen Touristen-Nepp-Buden in ein Plattengeschäft zu gehen und sich dort bekannte Titel mit unbekannten Covern zuzulegen…ganz großartig! Von Vollständigkeit kann keine Rede sein, aber ich habe „meine Platten“ gerne griffbereit.

Crazy fanatic, oh ja. 🙂

Guitar Heaven

Ein wenig angefressen war man als Fan ja durchaus, weil Neil künstlerisch eher wenig anerkannt ist. Der Verriss seiner Songs gehört fast zum „guten Ton“, wobei er durchaus hochqualitative Werke abgeliefert hat. (Siehe auch unsere Rubrik „Diamond Linguistics“. 😀 )

Aber, behold, in diesem Jahr wird er nun immerhin den „Grammy Lifetime Achievement Award“ erhalten, eine Auszeichnung für sein Lebenswerk! 🙂

GRAMMY Awards: Tina Turner, Neil Diamond & More To Be Honored with Lifetime Achievement Awards

Quelle: GRAMMY Awards: Tina Turner, Neil Diamond & More To Be Honored with Lifetime Achievement Awards

Die Verleihung ist dabei nicht Teil der üblichen Grammys-Zeremonie am 28. Januar, sondern wird „im Sommer“ stattfinden. Neben Neil werden auch Tina Turner, Hal Blaine und Emmylou Harris für „herausragenden Beitrag von künstlerischer Bedeutung“ geehrt. (Mit Mr. Blaine hat Neil übrigens auch schon erfolgreich zusammengearbeitet.)

Wir freuen uns, das ist wirklich verdient! 😀

Make a Happy Song

Ihr Lieben,

es ist Weihnachten und hoffentlich habt ihr ein schönes Fest. Genießt ein paar ruhige Stunden und vielleicht ist jetzt die Zeit, einfach mal innezuhalten.

Es war ein großartiges Jahr für Diamondfans. Neils beeindruckende Leistung während seiner Tour, die hinreißenden Momente während der Shows, die vielen schönen Begegnungen mit anderen. Die Städte, die Vorfreude, die kleinen Verrücktheiten. Danke dafür.

And so this is Christmas. Frohe Weihnachten Euch allen!
Eure @Aleta

The Chanukah Song

‚Tis the season to be jolly…Neil Diamond gehört zu den recht produktiven Lieferanten von Jahresendmusik. Als Sproß einer jüdischen Familie ist es interessant, dass er seit vielen Jahren so viel Energie für und hörbare Freude am Bearbeiten von Weihnachtsliedern hat. Seine Christmas-Alben sind gerade so omnipräsent wie der Advent, aber an dieser Stelle präsentieren wir heute seine Version des „Chanukah-Songs“ von Comedian Adam Sandler. 

Hier hören wir ein augenzwinkerndes Plädoyer für diejenigen, die sich wegen ihres jüdischen Glaubens im global-kommerziellen Weihnachtsrausch ein wenig übergangen fühlten, wir hören eine Aufzählung prominenter Namen. Es gibt diverse mehr oder weniger jugendfreie Versionen dieses Songs, Neils Version finden wir auf „Cherry Cherry Christmas“ von 2009 und die geht erwartungsgemäß auch an Grundschulen problemlos über den Äther.

Man mag von Adam Sandler halten, was man will, aber dieses Stück ist einfach grandios und macht jedes Jahr aufs Neue echt Spaß. Das Hanukkah-Fest (auch hier divergieren die Schreibweisen 😉 ) beginnt in  diesem Jahr am 12. Dezember, und egal, was man feiert, es gibt gerade viel gute Musik zu hören! Darauf einen Glühwein. 😉

Long Way Home

So schnell kann es gehen…Neil Diamond wäre nicht Neil Diamond, wenn er nicht immer wieder für eine Überraschung gut wäre. Und so hatte die geneigte Seitenadministratorin  die Jubiläumstour gedanklich schon ins Geschichtsalbum abgeheftet und sich ins herbstferienbedingte Funkloch begeben, als mal eben eine Verlängerung bekannt wurde.
Down Under!

Dem nun offiziellen Termin in Hawke’s Bay, Neuseeland, dürften in Kürze einige weitere folgen. Wir empfehlen, die Periscope-App auf dem neuesten Stand zu halten. 🙂