Both Sides Now

Neils Musik höre ich seit knapp 30 Jahren. Das ist ein guter Schnitt bezüglich meiner individuellen Gesamtlebenszeit, aber was die Möglichkeiten betrifft, seine Shows zu sehen, gab es sehr magere Jahre. 1989 war ich zu jung, und da meine Eltern eher keine Diamond-Hörer sind, musste ich zuhause bleiben. Mit Herzeleid.

Im Jahr 1999 war ich sowohl alt genug als auch endlich ausreichend solvent, so dass ich mein allererstes Konzert direkt in London erleben konnte. Damals noch “in the round” und das einzigartige Erlebnis in Wembley stand in keinem Verhältnis zu den folgenden Terminen in Deutschland mit einem damals recht reservierten Publikum…Seitdem habe ich dann einige weitere Diamond-Touren an verschiedenen Orten mit verschiedenen Zuschauermengen genießen dürfen. 

A propos Vergleich: in den großen Arenen, die Neil bespielt, hat man diverseste Möglichkeiten, sich zu platzieren. Vorausgesetzt, man will und kann sich den Ticketpreisen stellen, die im Lauf der Zeit in absurdeste Höhen geschossen sind. Aber lassen wir den schnöden Mammon beiseite und betrachten nur die lustvollen Aspekte. Also:

#neildiamondworldtour 2017, 26.09. in Hamburg

Man kann sich z.B. in den vorderen Reihen niederlassen. Dort findet man zum Großteil die Kategorie “Hardcore Fans”. Je nach eigener Veranlagung ist das wunderbar oder es nervt. 😉 Hier trifft man Leute, die nicht nur in die zum Heimatort nächstgelegenen Konzerte gehen, sondern in unterschiedlicher Ausprägung quasi “mitreisen”. Diese Enthusiasten sorgen für Stimmung, aber manchmal auch für Ärger mit Neben- oder Hinterleuten, die den Sinn in durchgehenden standing ovations oder zu schwenkenden Leuchtstäben nicht in gleichem Maße erkennen.

Alternativ besorgt man sich Plätze in den hinteren Reihen oder, für optimierte Wahrnehmung des Bühnengeschehens, solche in einem der Ränge. Es ist ein schönes Gefühl, inmitten eines Publikums zu sein, das mitgeht und Spaß an der Vorstellung hat. Allerdings sind hier auch die Gegensätze größer, als stehgeneigter Hardcorefan trifft man hier statistisch seltener auf Gleichgesinnte, so dass man aus sozialen Gründen oftmals gezwungen ist, seinen Enthusiasmus angemessen zu begrenzen.

Wie war das bisher bei Euren Ticketplanungen? Wo sitzt ihr bevorzugt? Ganz vorne, mit möglichst wenig Abstand zum Protagonisten? Oder lieber gemäßigt, etwas weiter hinten? Und wie sehr spielt die Preisfrage in die Entscheidung?

Bei mir war es bisher so, dass ich, falls ich nur eine einzige Show sehen konnte, möglichst vorne sitzen wollte. Wenn die Möglichkeit auf mehrere Konzerte innerhalb einer Tour gegeben war, habe ich die Perspektive auch mal variiert, wobei ich tatsächlich tendenziell eher im Frontbereich zu finden bin. 🙂 Schön war es immer, und auch mit Sitznachbarn hatte ich bisher selten Probleme. Richtig aufgefallen bin ich nur 1999, als ich in Köln, Reihe 2, auf meinen Stuhl gestiegen bin… 😀

12 Gedanken zu „Both Sides Now“

  1. @Both Sides Now

    Hi.
    Schöner Bericht von dir.

    Ärger mit Fans bei ND-Konzerten?
    Das kann ich nun überhaupt nicht bestätigen.
    Ich war zwar “nur” bei 4 ND-Konzerten– erstmals 1984 in Frankfurt, das letzte Mal dieses Jahr in Mannheim– aber Ärger gab es nie.

    Die Platzwahl?
    Es hängt natürlich auch vom Preis ab.
    Konzerte sind ein teures Vergnügen geworden.
    Sicher, ND ist jeden Euro wert. Ändert aber nix daran, dass es inzwischen recht teuer ist.
    1984 in Frankfurt hab ich für nen guten Mittelplatz 28 DM bezahlt.
    2017 in Mannheim für Oberrang 75 Euro.
    ´Wir saßen mittig unf hatten nen richtig guten Blick auf die Bühne.

    Du hast ND in Wembley gesehen?? Darum beneide ich dich.
    Ich hab dort mal ein Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalelf gesehen.
    Aber ein ND-Konzert wäre mir natürlich (noch) lieber gewesen.

    lg

  2. Naja, ein wenig angeeckt bin ich durchaus auf Konzerten, aber ohne dass das in Unfreundlichkeiten ausgeartet ist.

    In Mannheim habe ich z.B. meine Sitznachbarin mit einem Glowstick belästigt. Als Linkshänderin kann ich aber nicht wirklich die Hand wechseln, rechts bin ich tatsächlich leistungsgemindert 😉 Am Ende hat sie den Platz mit ihrem Mann getauscht und alles war gut…

    Ich gebe auch verhältnismäßig viel für ND-Tickets aus. Das liegt u.a. daran, dass ich vor vielen Jahren anderswo einmal eine Chance habe vorbeigehen lassen, die nie wieder kam. Das möchte ich nicht nochmal erleben, bei Neil nehme ich möglichst ‘viel’ mit.

    Es war damals “nur” die Wembley-Arena, wow, das Stadion war natürlich nochmal eine andere Nummer…aber das Londoner Publikum hat eine völlig andere Erfahrung ermöglicht als ein paar Wochen später in Köln. Damals waren große Teile der Sitzplätze leer, es gab wenig Erwiderung von den Zuschauern, das war gar nichts.

    Und 2008 kam dann das komplette Gegenteil, das war eins der besten Konzerte, die ich jemals erlebt habe. Gleiche Stadt, gleiche Halle, aber absolut magisch. Für mich damals aus Reihe 5, die sich als eigentliche Reihe 3 entpuppte…Wunderbar! 🙂

  3. Die Ticketpreise sind mir egal, ich habe ein permanentes Sparbuch extra für Neil, auf das jeden Monat per Dauerauftrag eine bestimmte kleine Summe ihren sicheren Weg findet. 😉
    Für mich ist die Nähe das Allerwichtigste. Ich möchte in Reihe 1 sitzen, mit keinem zwichen mir und Neil da oben, der mir die Atmosphäre wegnimmt.
    Sciher sind Sicht und Akustik vom Rang aus besser, aber das sind eben andere Prioritäten.
    Und die Sache mit dem Aufstehen und Hinsetzen hat sich seit dieser Tour erledigt. Laut Auskunft unseres schnuckeligen Securitymannes Jason ist Aufstehen und Tanzen in JEDER Reihe erlaubt, sogar “von Mr. Diamond gewünscht, weil es dem ganzen mehr Dynamik gibt”.
    So. Das wäre geklärt. :-D. Mit Erlaubnis von höchster Stelle. Wenn wieder mal ein Hintermann meckert, einfach an die Security verweisen. 😀 😀
    Das Sparbuch läuft weiter – und hofft mit mir auf die nächste Tour. <3

  4. Also begonnen hab ich 1977 am Rang. Da hat man ja einen schönen Überblick! Spätestens am Ende des Konzertes, als alle nach vorne tanzten hab ich es bitter bereut. Wir konnten von da oben nur zusehen.
    2011, als ich wieder in den Konzertreigen einstieg waren es schon Reihe zwei und Reihe 4 ganz vorne. Ab diesem Zeitpunkt hab ich mich nach vorne gearbeitet und will jetzt eigentlich nur mehr erste Reihe!! – Am liebsten natürlich zu seinen Füßen am Rand der Bühne;)) aber da hat ja Jason was dagegen! Also sind wir brav (manchmal zu brav) und bleiben in der ersten Reihe.
    Die Nähe und die vibes die da rüber kommen gleichen die fehlende Akustik aus. Wobei das in Hamburg schon heftig war. – Hallo Echo, hallo Gaby!
    Hoffentlich noch ein einziges Mal!!! Ich spare schon mal!

  5. Man leckt schon irgendwie Blut…Meine allerersten Konzertkarten habe ich über einen Reseller erstanden, weil ich die Ticketmaster-Bestellung damals nicht hinbekommen habe.
    (Damals war ich Studentin und stand im Foyer der Unibibliothek, als der VVK losging. Madness! 😀 )

    Angekündigt waren Plätze in Reihe 13, aber tatsächlich kamen Tickets für Reihe 3. An dieses allererste Konzert habe ich quasi keine Erinnerung mehr, das hat mich einfach komplett ausgeknipst. Andere Fans kannte ich nicht, das war Vor-Forumszeit. Aber wie schön, als in der U-Bahn plötzlich Menschen mit ND-Shirts saßen! 🙂

  6. @Aleta

    — “Man leckt schon irgerndwie Blut…” (Aleta)

    Das kann ich schon verstehen.
    Andererseits: Viele ND-Konzerte hintereinander, wie jetzt bei der Jubiläumstour: Dann ist es doch irgendwann normal und nix besonderes mehr.
    Bei mir lagen immer sehr lange Zeitspannen zwischen den Konzerten.
    Und nach zig Jahren ND mal wieder live zu sehen, das war dann immer etwas besonderes.

    Sieh mal, wenn ich mir die Ticket-Preise ansehe zur Jubiläumstour: Manche haben sicher die höchste Preiskategorie genommen und waren in Mannheim, München, Hamburg, Wien und Amsterdam, wenn ich das hier richtig verfolgt habe.
    Die höchste Kategorie waren wohl knapp 300 Euro.
    Macht bei 5 ND-Konzerten schlappe 1500 Euro (plus Kosten für Anfahrt, Rückfahrt, etc.).
    Dafür kann man mal locker nen Kurzurlaub auf den Bahamas machen.
    Jetzt kann man natürlich einwenden: Bahamas? Sicher ganz hübsch. Aber da tourt ND nicht.
    Das ist natürlich ein unschlagbares Argument. *smile*

  7. Ich muss in einem Punkt widersprechen:

    Auch wenn man viele Konzerte hintereinander hört, ist und bleibt das immer besonders.

    Genauso, wie es Songs gibt, deren man nicht müde wird und bei denen es egal ist, wie oft man von ihnen beschallt wird. Das versteht vielleicht nicht jeder, aber so ist es.

    Ich bin vor jedem einzelnen ND-Konzert voller Vorfreude, auch wenn Setlist und Bühne bekannt sind, das ist völlig egal. Ich höre einfach gerne zu, und wenn Neil in einer solchen Form wie derzeit ist, möchte man auch nach x Shows mehr. Ich jedenfalls 😉

  8. @Aleta

    Ich kann deine Einstellung absolut nachvollziehen.
    Was ich so unglaublich erstaunlich finde, das ist die Dauer von Neils Karriere.
    Was hat der Mann schon für musikalische Trends überlebt: Disco, New Wave, etc.—- aber die Welt singt noch immer mit bei “Sweet Caroline”, “Forever in Blue Jeans”, etc.
    Das zeigt einfach die Qualität seiner Musik.
    Für mich war das Konzert 2017 in Mannheim auch eine unglaubliche Nostalgie.
    Da wurde mir bewusst, wie lange mich Neils Songs nun schon begleiten (seit 1977).
    Bei meinem ersten ND-Konzert 1984 in Frankfurt war ich knapp 20.
    2017 bin ich…– na ja, …nur unwesentlich älter….*lol*
    Hätte mir 1984 jemand prophezeit, dass Neil auch noch 33 Jahre später auf die Tour ist, ich hätte es nicht für möglich gehalten.
    Aber ich finde es natürlich fantastisch und hoffe, 2017 war noch nicht seine letzte Deutschland-Tournee.

  9. Jedes Konzert ist anders, weil die eigene Stimmung nicht immer gleich ist, und Neils natürlich auch und erst recht nicht.
    Er setzt jedes Mal andere Schwerpunkte und Akzente, wie er z.B. aufs Publikum eingeht oder die Musiker vorstellt oder, oder, oder …
    Deshalb waren meine 7 Konzerte der Anniversary Tour absolut notwendig !! Und der krönende Abschluss war London.

    Nochmal zur Anfangsfrage zur Platzwahl. Ich habe mich in London auf einem Platz in der 5 Reihe am Gang am wohlsten gefühlt. Da ist Raum zum Bewegen und ich fühle mich nicht so unter Beobachtung wie in der ersten Reihe. 😉
    Ärger gab’s ein bißchen, auch in London. Da fühlte sich eine Dame 2 Reihen hinter mir vom Bluestick so sehr geblendet, dass sie Neil nicht mehr sehen konnte !?!
    Ich habe ihn dann halt so in die Hand genommen, dass er nur nach vorne geleuchtet hat – und weiter mit dem Arm geschwenkt.
    Was ihr natürlich auch nicht gepasst hat, aber ihr Argument war weg.
    Bei der nächsten Tour wird wieder genau das Gleiche passieren !! Freuen wir uns schon mal drauf !!!

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